Elversberg schlägt Augsburg 4:3 im VAR-Epos

Veröffentlicht am 18. Oktober 2026

Bundesliga
Bundesliga·Spieltag 6·Samstag, 17. Oktober um 13:30
SV Elversberg4 – 3FC Augsburg
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Vier Elfmeter gegeben, einer nach Ansicht der Bilder am Spielfeldrand zurückgenommen, ein Tor wegen Abseits aberkannt und sieben, die zählten. Selbst am Ende konnte an der Kaiserlinde niemand sicher sein, dass es vorbei war. Die SV Elversberg besiegte den FC Augsburg an einem Bundesliga-Nachmittag, den der VAR ebenso bestimmte wie der Fußball, mit 4:3.

Der entscheidende Schlag war Frederik Schmahls Tor in der 89. Minute, das auch Mert Kömürs unmittelbare Antwort überstand. Dann jagte Noel Futkeu, dem in der Nachspielzeit der vierte Elfmeter des Tages zugesprochen worden war, den Ball an die Latte. Augsburgs letzter Einspruch auf einen Strafstoß verpuffte.

Hennes Behrens7.7

Hennes Behrens erhielt die Note 7,7 und war die prägendste Figur der Augsburger Aufholjagd nach der Pause, ständig beteiligt, wenn die Gäste Elversberg hinten hineindrückten. Seine Vorlage zu Mert Kömürs spätem Treffer hielt die Partie bis in die Schlusssekunden offen – auch wenn die Aufholjagd am Ende ein Tor zu kurz kam.

Aufsteiger Elversberg, aus der kleinsten Stadt der Bundesliga-Geschichte, klettert auf Rang sechs. Augsburg ist nun seit vier Ligaspielen ohne Sieg – und verlor diese Partie in der ersten halben Stunde, nicht in der letzten.

Petkov und Günther bestrafen ihren Ex-Klub früh

Sogar der Ball machte Probleme: Nach nicht einmal zwei Minuten wurde die Partie unterbrochen, um ein plattes Spielgerät auszutauschen. Der VAR bestätigte anschließend einen Handelfmeter gegen Chrislain Matsima. Lukas Petkovs Schuss parierte Finn Dahmen mit den Beinen, doch den Abpraller versenkte Petkov in der 4. Minute.

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Drei Minuten später schaltete Elversberg nach einer Augsburger Ecke blitzschnell um, und Lasse Günther schlenzte Maurice Krattenmachers Querpass ins lange rechte Eck. Beide Torschützen sind ehemalige Augsburger, was die Wunde nur tiefer machte. Für eine Mannschaft, die am Ende nur 40 Prozent Ballbesitz hatte, war es eine Lektion im schnellen Umschalten.

In der 28. Minute fand Felix Keidels hereingedrehte Ecke von links Maximilian Rohr, der in der Mitte aufstieg und den Ball per Kopf ins lange Eck verlängerte. Drei Tore in weniger als einer halben Stunde – und Augsburg hatte kaum aufgemuckt. Der einzige Rückschlag für die Gastgeber war körperlicher Natur: Noah Darvich und Jan Gyamerah mussten beide noch vor der Pause verletzt runter.

VAR-Pause schenkt Rieder den Anschluss

Die längste Unterbrechung des Tages kam in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Florian Exner und VAR Günter Perl benötigten mehrere Minuten, um ein Handspiel von Rohr zu überprüfen, und das zähe Verfahren wurde selbst zur Geduldsprobe. Ausgerechnet jener Rohr war der Sünder, der Elversbergs drittes Tor in der ersten Hälfte geköpft hatte.

Als der Strafstoß schließlich gegeben wurde, setzte Fabian Rieder den Ball flach ins linke Eck. Es war sein zweites Ligator der Saison, und es schickte Augsburg mit einem 1:3 in die Kabine – ein Halt, den sich die Gäste kaum verdient hatten.

Gregoritsch führt die Aufholjagd an, während der Monitor weiter ruft

Jeffrey Gouweleeuw kam zur Halbzeit zu seinem 274. Bundesligaspiel für Augsburg und zog damit mit Daniel Baier als gemeinsamem Rekordspieler des Klubs im Oberhaus gleich. Um ihn herum übernahmen die Gäste das Kommando.

Am Ende standen 60 Prozent Ballbesitz, 29:19 Torschüsse und 12:4 Ecken für Augsburg. Doch beide Teams brachten exakt acht Abschlüsse aufs Tor. Elversberg benötigte schlicht weniger Chancen, um denselben Schaden anzurichten.

In der 76. Minute foulte Lukas Pinckert Hennes Behrens, und Michael Gregoritsch schickte Nicolas Kristof in die falsche Ecke und schob flach links zum 2:3 ein. Gregoritsch hat nun vier Ligatore in dieser Saison und in drei der vergangenen sechs Augsburger Ligaspiele getroffen.

Drei Minuten später glaubte Raif Adam, in der 78. Minute eingewechselt und damit Debütant, das 4:2 erzielt zu haben, doch der VAR erkannte das Tor wegen einer knappen Abseitsstellung ab. In der 87. Minute zeigte Exner nach einem Handspiel von Luca Sirch auf den Punkt für Augsburg, nahm die Entscheidung nach Ansicht der Bilder am Spielfeldrand jedoch zurück. Die Gemüter blieben erhitzt: Elversberg kassierte vier Gelbe Karten, Augsburg drei.

Schmahl trifft, ehe Futkeu die Latte trifft

Der Siegtreffer fiel in der 89. Minute. Petkov setzte sich auf dem rechten Flügel gegen Behrens durch und brachte den Ball flach nach innen, und Schmahl vollendete direkt zum 4:2.

Augsburg antwortete Sekunden später direkt nach dem Anstoß: Kömür nahm sich im Strafraum den Raum und trieb einen präzisen Flachschuss ins rechte untere Eck. Ein fünftes Tor hätte alle Diskussionen beendet. Futkeu holte nach einem Gerangel mit Calvin Brackelmann einen Elfmeter heraus, trat selbst an und traf die Latte. In den Schlusssekunden wurden Augsburgs Forderungen nach einem weiteren Handelfmeter ohne erneute Überprüfung abgewunken – auf der Bank der Gäste blieb tiefer Frust zurück.

Rohr traf die Stimmung: "Nach Abpfiff konnte man sich gar nicht richtig freuen, weil man nicht wusste, ob noch was passiert." Selbst nach dem Schlusspfiff wagte kaum jemand zu jubeln.

Elversbergs Vincent Wagner plante einen ruhigeren Abend: "Ich gehe in die warme Badewanne, guck mir nebenbei in Ruhe noch mal das Spiel an, dann kann ich es mir angucken mit ein bisschen Freude." Ein warmes Bad und ein entspanntes zweites Anschauen – diesmal mit etwas Freude.

Eine ausverkaufte Kulisse von 9.307 Zuschauern, eingebettet in laufende Bauarbeiten, sah eine Mannschaft, die die überregionale Presse für ihren "Vollgasfußball" lobte, mit nun zehn Punkten auf Rang sechs klettern. Augsburg, mit acht Zählern Zehnter, wurde für die Moral Respekt gezollt – doch Moral bringt keine Punkte.

Augsburg hat in jedem der vergangenen sechs Ligaspiele getroffen, insgesamt 16 Tore erzielt, und findet dennoch keinen Sieg. Genau das ist die Frage, die sich nun stellt: Was nützt eine Aufholjagd, wenn die erste halbe Stunde das Loch immer wieder gräbt?

Spielinformationen

  • WettbewerbBundesliga, Reguläre Saison - 6
  • Datum & UhrzeitSamstag, 17. Oktober 2026, 15:30 Uhr
  • SpielortUrsapharm-Arena an der Kaiserlinde, Spiesen-Elversberg
  • SchiedsrichterFlorian Exner
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