Der Druck, der auf Martín Demichelis gelastet hatte, verflog in 17 brutalen Minuten der ersten Halbzeit. Der 5:0-Kantersieg von RB Leipzig gegen den Hamburger SV war nicht nur der erste Bundesliga-Sieg der Saison — er war ein Ventil nach zwei Niederlagen in Folge, die Sportdirektor Marcel Schäfer zu einem öffentlichen Rückenhalt für den Trainer veranlasst hatten.
Gomis und Nusa befreien Leipzig
Tidiam Gomis eröffnete in der 17. Minute den Torreigen, indem er aus sieben Metern am kurzen Pfosten nach einer flachen Hereingabe von Ezechiel Banzuzi von rechts per Direktabnahme traf. Elf Minuten später legte Antonio Nusa auf spektakuläre Weise nach: Er eroberte 40 Meter vor dem Tor den Ball gegen Shafiq Nandja, trieb ihn bis an die Strafraumgrenze und überwand Daniel Heuer Fernandes mit einem abgefälschten Schuss. Der Norweger war da.
Hamburgs Kollaps in der zweiten Halbzeit
Der Widerstand der Gäste brach nach der Pause zusammen. Willi Orbán traf in der 72. Minute per Volley am langen Pfosten nach einem gefühlvollen Freistoß von Nusa, zwei Minuten später schob Christopher Nkunku sein erstes Tor seit seiner Rückkehr aus 14 Metern ein, nachdem Nusa von links in die Mitte gezogen war. Rômulo machte in der 77. Minute das halbe Dutzend perfekt, eroberte den Ball nahe der Mittellinie, umkurvte Heuer Fernandes und schob ins leere Tor. 64 Prozent Ballbesitz und 19 Torschüsse dokumentierten die totale Kontrolle, auch wenn Hamburg viermal auf das Leipziger Tor schoss — ohne Ertrag.
Leipzig klettert, Hamburg am Boden
Der Sieg bringt Leipzig mit sechs Punkten auf Rang fünf und beschert der Mannschaft das erste Zu-null-Spiel der Saison. Für den HSV gilt nach drei Spielen: null Tore, null Punkte — Tabellenletzter der Bundesliga, der Druck verschiebt sich nun auf die eigene Bank. Demichelis atmet wieder durch.